Diese Seite drucken

Trauerwidderchen

Das Trauerwidderchen (Aglaope infausta) kommt in Hessen nur in Lorch vor und zwar zwischen Lorch und Lorchhausen im Naturschutzgebiet "Engweger Kopf und Scheibigkopf bei Lorch" und an den Hängen unterhalb der Ruine Nollig außerhalb des FFH-Gebietes "Rheintal bei Lorch".

 

Bei dem Trauerwidderchen handelt es sich um ein atlanto-meditteranes Faunenelement, das in Deutschland seine östlichste Verbreitungsgrenze erreicht. Die Flugzeit des Trauerwidderchens fällt in die Monate Juni und Juli. Die Art benötigt als Raupenfutterpflanze strauchförmige Rosengewächse. In erster Linie sind es einzeln stehende, schlechtwüchsige Schlehenbüsche. Weißdorn und Weichselkirche werden aber ebenfalls angenommen. Die Falter sind ausgesprochen migrationsschwach und halten sich meist im Umfeld ihrer Raupenfutterpflanze auf. Die Überwinterung erfolgt als Raupe an Zweigen und Ästen.

 

Bei den Lebensräumen des Trauerwidderchens im Oberen Mittelrheintal bei Lorch handelt es sich um süd- und südwest exponierte Hänge mit lockerer Verbuschung. Entscheidend für die Besiedlung der Art ist neben dem Vorhandensein buschförmiger Rosengewächse der xerotherme Charakter des Standortes.

 

Da das Habitat der Art durch Verbuschung verloren zu gehen droht, müssen Artenhilfsmaßnahmen vorgenommen werden. Nach der aktuellen Roten Liste der Widderchen Hessens hat Hessen eine besondere Verantwortung für diese Art in Deutschland. Damit begründet sich ein Auftrag zum Schutz der Art in seinen Lebensräumen. Artenhilfsmaßnahmen für das Trauerwidderchen werden daher eingeleitet.