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Blaskapelle Lorchhausen e.V.

Blaskapelle Lorchhausen e.V. Einst „zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen“ist die Blaskapelle Lorchhausen aus dem ältesten Lorchhäuser Verein, dem Katholischen Junggesellen Verein (gegründet 1609), hervorgegangen. 16 junge Männer fanden sich 1928 auf Anregung des damaligen Ortspfarrers Gramig zusammen und gründeten die heutige Blaskapelle; ursprünglich zur Verschönerung kirchlicher Feiern und zur Pflege des Vereinslebens. Der erste Dirigent der Kapelle, Militärmusiker Johannes Lill aus Rüdesheim, führte die eifrigen und begabten jungen Männer bereits am „Weißen Sonntag“1928 zum ersten öffentlichen Auftritt. Schon 1929 folgte Tanzmusik an Fastnacht sowie am 17. Februar 1929 bei –18°C das Tanzfest mitten auf dem zugefrorenen Rhein, das der Blaskapelle zum Durchbruch verhalf. In den 30er Jahren forderten immer mehr kirchliche und weltliche Feste und Veranstaltungen in und außerhalb von Lorchhausen den Einsatz der Musiker. Aufmärsche zum Erntedankfest, zum 1. Mai, zu Kirchweih und Tanzmusik zu Fastnacht waren ebenso selbstverständlich wie die Teilnahme an Veranstaltungen des Kriegervereins bzw. am Sportfest in Aulhausen. Auch Prozessionen und Wallfahrten in und nach Sauerthal, Kaub, Bornhofen und Marienthal wurden von der Blaskapelle begleitet. Der 2. Weltkrieg unterbrach dann allerdings die musikalischen Aktivitäten. Vier Musiker kehrten nicht aus dem Krieg zurück. Erst 1946 ertönten unter dem Dirigenten Karl Nies die ersten neuen Klänge; allerdings unter erschwerten Bedingungen, da die durch Kriegseinwirkung unbrauchbar gewordenen Instrumente nur mit primitivsten Mitteln wieder spielfähig gemacht werden konnten. Dem Eifer der Musiker tat dies allerdings keinen Abbruch. Zum 350-jährigen Bestehen des KJGV im Jahre 1959, dessen Feierlichkeiten aktiv von der Blaskapelle mitgetragen und veranstaltet wurden, war die Blaskapelle dann sogar im Rundfunk zu hören. Nach 15-jähriger Tätigkeit übergab Karl Nies 1961 den Dirigentenstab an Friedel Ohl, der die Blaskapelle weiter voran brachte. Er machte sich besonders um den Nachwuchs und dessen Ausbildung verdient. Unter seiner Leitung erfolgte die Gründung einer Jugendkapelle, die ab 1972 von Gerold Kullmann betreut und bis zur Integration
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4Vereinsgeschichte
in die Blaskapelle geführt wurde. Leider zählen von den Mitgliedern der Jugendkapelle von 1978 nur noch zwei zu den aktiven Musikern der heutigen Blaskapelle. Am 21. November 1967 wurde die Blaskapelle dann ein selbstständiger Verein, d.h. finanziell unabhängig vom KJGV, und gab sich 1968 unter Beibehaltung der kirchlichen Verpflichtungen eine eigene Satzung, bevor 1974 die endgültige Trennung vom KJGV mit Übereignung der Instrumente erfolgt. 1971 erhielt die Blaskapelle ihre erste Uniform. Im Laufe der Jahrzehnte folgten die verschiedensten Auftritte (z.B. Weihnachtsmarkt und Dacho-Kappensitzung in Wiesbaden) und Veranstaltungen, die teils in Eigenregie (u.a. Weihnachtskonzerte, Sommernachtsfest, Vereinsjubiläen), teils zusammen mit anderen Vereinen (z.B. mit der Kolpingkapelle Lorch die Wisperstädter Volksmusiktage) durchgeführt wurden; die verschiedensten Vereinsausflüge (u.a. nach Görwihl, Hinterthiersee, Thalgau, St. Benoit-Ligugé, Ormalingen, England und Schweden) unter den verschiedensten Dirigenten, u.a. Josef Filz (Rüdesheim am Rhein), Peter Zimmermann (Niederheimbach), Gerold Kullmann, Peter Klotz und erneut Friedel Ohl und Gerold Kullmann, bevor 1991 Dr. Wolf-Dieter Lenz die Leitung der Blaskapelle für die folgenden Jahre übernahm.
Bild Blaskapelle
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5Vereinsgeschichte
Unter seiner musikalischen Führung wuchs die Blaskapelle auf stattliche 40 aktive Musiker an. Auch wurden erneut eigene Veranstaltungen, u.a. die Frühjahrskonzerte, durchgeführt. Seit 1999 steht die Blaskapelle unter der bewährten Leitung von Heinz Dormann (Rüdesheim-Eibingen), unter dem auch 2003 das 75-jährige Bestehen mit einem Jubiläumskonzert gefeiert werden konnte. Seit der Gründung im Jahre 1928 leiteten die folgenden Vorsitzenden die Geschicke des Vereins: 1928 - 1967 jeweils der 1. Vorsitzende des KJGV 1968 - 1973 Toni Söhn 1973 – 1974 Dieter Loose 1974 – 1982 Gerold Kullmann, 1982 – 1986 Klaus Müller 1986 – heute Rudi Weiler Der Blaskapelle gehören 2010 21 aktive Musiker an, die nach wie vor auf ein breitgefächertes Repertoire zurückgreifen können. Dieses beinhaltet neben den „typischen“ Stilrichtungen wie Marsch, Polka und Walzer auch barocke Konzertstücke sowie internationale Klassiker.